Wiedereröffnung der Naturheilpraxis mit Schutzmassnahmen

Informationen der OdA AM und CAMSuisse:

Lockerungsstrategie des Bundesrates: Wiedereröffnung der Praxen von Naturheilpraktiker*innen per 27. April 2020

In der COVIC-19-Verordnung 2 ist der Passus, dass «Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt» zu schliessen sind, ersetzt durch Art. 6.2.3 lit. p «Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure, Massagen, Tattoo-Studios und Kosmetik», können ihren Betrieb öffnen, wenn sie «über ein Schutzkonzept nach Artikel 6a verfügen».

Das bedeutet, dass folgende Berufspersonen die Praxis ab dem 27. April 2020 wieder für Einzelbehandlungen öffnen können, unter Einhaltung des Schutzkonzeptes:

  • Naturheilpraktiker*innen ohne kantonale Berufsausübungsbewilligung
  • Naturheilpraktiker*innen mit einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung, welche nur dringende oder nicht aufschiebbare Behandlungen ausführen durften

Schutzkonzept / Schutzmassnahmen

Wie am vergangenen Freitag mitgeteilt, ist für die Wiederaufnahme der Praxistätigkeit ein Schutzkonzept erforderlich. Nachdem der Bund (SECO und BAG) die dazu erforderlichen gesundheits- und arbeitsrechtlichen Grundlagen für die entsprechenden personenbezogenen Leistungserbringer (Gruppen) noch nicht veröffentlicht hat,  konnte das darauf beruhende branchenbezogene Grobkonzept noch nicht erstellt werden. Sobald dieses Schutzkonzept durch die CAMsuisse-Verbände mit weiteren gleichgelagerten Berufsverbänden erarbeitet ist, wird die OdA AM dieses den Mitgliedverbänden zustellen, welche dann ihrerseits (sofern notwendig) weitere fachrichtungsspezifische Ergänzungen einfügen können und dann die Basismitglieder damit bedienen.

Bis zum Vorliegen dieses Konzeptes wird den Praktizierenden empfohlen, nach bestem Wissen die vermutlich vorgesehenen Schutzmassnahmen einzuhalten (allgemeine Hygienemassnahmen (Räume lüften etc.), korrektes Anlegen/Tragen von Hygienemasken, korrektes Händewaschen/Trocknen mit Papierhandtüchern für Therapeut und Patient, ev. Händedesinfektionsmittel, Abstandhalten von 2 Metern bei der Anamnese, Patienten mit COVID-Symptomen an den Hausarzt verweisen (Nachfrage bei der telefonischen Anmeldung), Gerätschaften nach jedem Gebrauch desinfizieren, Tücher/Unterlagen nach jedem Gebrauch mit mind. 60° Waschen, Wartemöglichkeiten so einrichten, dass Patienten den Mindestabstand wahren können etc.)

Schutzmaterialbeschaffung

Damit die Praktizierenden am Montag 27. April 2020 ihre Praxistätigkeit aufnehmen können, empfehlen wir aufgrund der gegenwertigen Lage, dass sich die Naturheilpraktiker*innen für die erste Woche selber um die Beschaffung von Hygienemasken kümmern. Denn wir gehen davon aus, dass mindestens Hygiene-Schutzmasken im Kontakt mit Patienten getragen werden müssen.  Ob Desinfektionsmittel oder weitere Schutzmaterialien als notwendig erklärt werden, wissen wir – Stand heute – leider noch nicht.

Sobald wir abschliessend mögliche verlässliche Bezugskanäle von Schutzmaterialien inkl. des konkreten Bezugsvorgehen vorliegen haben ( u.a. Verteilerkanal Bund – Kanton – Gesundheitsfachperson), werden wir dies mitteilen.

Mögliche Bezugsquellen für Hygienemasken – jedoch ohne Gewähr für die Qualität der Hygienemasken – sind in der beiliegenden Liste aufgeführt.

Gemäss den Richtlinien des Bundes können Hygienemasken=Chirurgische Masken TYP II und IIR=OP-Masken (Anhang: Hygienemasken Definition BAG, gelb markiert) bei korrekter Verwendung bis zu 8 Stunden getragen werden (Anhang: Schutzmassnahmen BAG, gelb markiert).

Link zu Anbieter Schutzmasken: Anbieter Schutzmasken

Link zu Schutzmassnahmen BAG: Schutzmassnahmen BAG

Verrechnung des Schutzmaterials

  1. Das Schutzmaterial kann bei der Fakturierung unter dem Tarif 999 mit der Erwähnung «Verbrauchsmaterial» in Rechnung gestellt werden
  2. Allenfalls kann für die Dauer der Corona-Pandemie der finanzielle Aufwand der Schutzmassnahmen in den Stundenansatz inkludiert werden (Erhöhung des Stundensatzes), wobei die Verhältnismässigkeit gewahrt werden muss.

Zu beachten ist jedoch, dass wir keine Gewähr bieten können, ob und mit welchem Anteil der entsprechende Versicherer dieses Verbrauchsmaterial rückvergütet. Gemäss VVG sind die Versicherer frei, ihre Produkte und die darin enthaltenen Verrichtungen und Leistungen individuell zu definieren. Zudem sind Rückvergütungen an den Patienten einerseits abhängig vom Krankenversicherer und dessen Leistungskatalog und Versicherungsmodell als auch vom abgeschlossenen Versicherungsmodell/Produkt des einzelnen Patienten.

________________________________________________

Teilen

Link kopieren

Kopieren